Hüftarthroskopie

Hüftimpingement und Hüftarthroskopie - FAQs

1. Beschwerden & Ursachen verstehen

 

Symptome  – Woran erkenne ich im Alltag ein Hüftimpingement (FAI)?

Patienten mit einem Femoroacetabulären Impingementsyndrom (FAI) bzw. Hüftimpingement erleben häufig bewegungsabhängige Schmerzen in der Leiste, die besonders bei sportlichen Aktivitäten wie z. B. Fußball, Leichtathletik oder Reiten auftreten. Diese Schmerzen werden oft als „stechend“ oder „scharf“ beschrieben, können jedoch auch dumpf sein, was evt. bereits auf einen geringen Verschleiß hindeuten könnte. Es kommt häufig vor, dass diese Symptome fälschlicherweise als Leistenbruch eingestuft werden, was zu einer Überweisung an einen Urologen oder Chirurgen führt. In einigen Fällen werden die Schmerzen auch als „Leistenzerrung“ interpretiert.

Wie entsteht ein Hüftimpingement (FAI)?

Bis heute weiß man wenig über die Ursachen der Entstehung. Beim CAM-Impingement ist jedoch bekannt, dass es im Jugendalter zu einem Abrutschen des Hüftkopfes kommt, wodurch in der weiteren Entwicklung die Taillierung zwischen Kopf und Schenkelhals ausbleibt. Diese Veränderung geschieht häufig schleichend und wird oft eher als “Leistenzerrung” empfunden. Die jungen Patienten leiden nicht wirklich darunter. Über die Jahre kann es jedoch immer wieder zu einem “mechanischen Konflikt” zwischen dem Pfannenrand der Hüfte und dem nun prominenten Kopf-/Schenkelhalsübergang kommen, der das schmerzhafte FAI und die damit verbundenen bewegungsabhängigen oder positionsabhängigen Leistenschmerzen verursacht. Die Ursachen des Pincer-Impingements sind weiterhin unklar.

Welche Formen des Hüftimpingement (FAI) gibt es?

Es gibt zwei Formen des Femoroacetabulären Impingements (FAI):

  • CAM-Impingement: Der Begriff „CAM“ stammt vom Englischen „cam“, was „Nocken“ bedeutet. Dabei verändert sich der Übergang vom Hüftkopf zum Schenkelhals, der normalerweise tailliert sein sollte. Beim CAM-Impingement entsteht ein prominenter Übergang, der bei Beugung und Rotation des Hüftgelenks zu schmerzhaften Anstößen gegen den Pfannenrand führt und Schmerzen verursacht.
  • Pincer-Impingement: „Pincer“ bedeutet „Zange“ auf Englisch. Hier überdeckt der Rand der Hüftpfanne den Hüftkopf wie eine Kneifzange. Diese Überdachung behindert das Beugen und Rotieren der Hüfte, was zu schmerzhaften Anschlägen und Leistenschmerzen führen kann.

Welche Probleme entstehen daraus für die Labrum-/ Knorpelmechanik?

Das mechanische Problem führt zur Schädigung wichtiger Strukturen bzw. Gewebe im Gelenk, insbesondere des Labrum, einem Knorpelring auf dem Pfannenrand des Hüftgelenks, der einreißen kann und stechende Leistenschmerzen verursacht. In der Gelenkpfanne selber und im Bereich des Hüftkopfes kommt es im weiteren Verlauf zum Abrieb von Knorpel, was mittel- bis langfristig zur Arthrose des Hüftgelenkes und im späteren Stadium zum künstlichen Gelenkersatz führt. Eine frühzeitige Identifikation ist wichtig, um den Gelenkersatz zu verhindern oder den Arthroseprozess zu verlangsamen.

 

2. Der Weg zur Diagnose & die richtige Therapie

 

Wie erfolgt die Diagnose bei einem Hüftimpingement?

Im Rahmen der Diagnostik ist die detaillierte Anamnese des Patienten entscheidend, gefolgt von einer speziellen klinischen Untersuchung. Ein Röntgenbild in zwei Ebenen gehört zur Basisdiagnostik, wo häufig Auffälligkeiten wie ein prominenter Übergang zwischen Kopf und Schenkelhals (CAM) sowie eine vermehrte Überdachung des Hüftkopfes (Pincer) sichtbar werden. Ein weiterer Baustein zur genaueren Beurteilung des Gelenkes ist ein sogenanntes „Arthro-MRT“. Hierbei wird ein Kontrastmittel ins Gelenk appliziert, wodurch Labrum- und Knorpelschäden sichtbar gemacht werden können.
Sollten die Symptome nicht mit der Bildgebung übereinstimmen, führen wir eine ultraschall-gesteuerte diagnostische Hüftinfiltration durch. Hierbei wird Betäubungsmittel in das Gelenk gespritzt und damit betäubt. Schmerzen, die durch Veränderungen des Hüftgelenks verursacht sind, werden dadurch reduziert oder für kurze Zeit sogar vollständig beseitigt. Damit ist dann der Nachweis erbracht, dass diese Schmerzen tatsächlich durch die Veränderungen des Hüftgelenks bedingt sind.

Gelenkerhalt oder Prothese: Was ist für mich richtig?

Grundsätzlich sind wir bestrebt, ein Gelenk zu erhalten. Denn nichts ist besser, als das eigene Hüftgelenk. Daher gibt es unter den Patienten mitunter auch „Graubereiche“, d. h. Veränderungen des Gelenkes, bei den denen der Knorpel schon stärker geschädigt ist. Hier wird mit dem Patienten ganz klar besprochen, was er von einer Hüftarthroskopie als gelenkerhaltenem Eingriff erwarten kann und wo die Grenzen liegen. In diesen Fällen findet man in aller Regel einen gemeinsamen Weg, den die Patienten und der behandelnde Orthopäde gut miteinander beschreiten können.

Was ist eine Hüftarthroskopie und wann ist sie sinnvoll?

Eine Hüftarthroskopie ist eine minimalinvasive Gelenkspiegelung zur schonenden Behandlung von Hüfterkrankungen. Der chirurgische Eingriff erfolgt über winzige Hautschnitte („Schlüsselloch-Chirurgie“), um den körpereigenen Gelenkerhalt der Hüfte ohne großen Schnitt zu sichern. Das Verfahren ist besonders sinnvoll bei einem Hüftimpingement (FAI), Labrumrissen (Gelenklippe) oder freien Gelenkkörpern. Durch eine frühzeitige Behandlung dieser Erkrankungen können Schmerzen reduziert, die Beweglichkeit verbessert oder ein Gelenkersatz der Hüfte hinausgezögert, bestenfalls sogar verhindert werden. In diesem Sinne profitieren ganz besonders auch Patientinnen und Patienten im jungen und mittleren Erwachsenenalter von dieser gelenkerhaltenden Methode.

Wie ist der Ablauf bei der Behandlung?

Die Patienten kommen per Überweisung in unsere Spezialsprechstunde. Hier werden sie detailliert zu ihren Symptomen befragt und untersucht. Bestenfalls haben sie bereits Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen des betroffenen Gelenkes dabei. Wurde nach der Diagnostik die Indikation zur Hüftarthroskopie bzw. Hüftgelenkspiegelung gestellt, kommen die Patienten nach den entsprechenden Vorbereitungen am OP-Tag nüchtern ins Krankenhaus. Bei dem Eingriff, der üblicherweise unter Vollnarkose stattfindet und bis max. 60 Minuten dauert, wird unter Sicht mit einer Kamera über 2-3 kleine Schnitte das Impingementsyndrom behandelt.
Nachdem der Patient auf Station verlegt wurde, erfolgt noch am OP-Tag eine schnelle Mobilisierung durch unsere Physiotherapeuten. Patienten können schon am ersten oder zweiten Tag nach dem Eingriff mit Gehstöcken gehen und erfahren bereits eine deutliche Reduktion der Beschwerden. Zu diesem Zeitpunkt kann der Patient in die ambulanter Weiterbehandlung entlassen werden und erhält ein stadiengerechtes Rehabilitationsprogramm an die Hand.
Eine Kontrolle bei uns findet im Regelfall 6 Wochen nach der Operation statt. Für Fragen – auch seitens der niedergelassenen Kollegen – stehen wir aber jeder Zeit zur Verfügung.

 

3. Details zum operativen Eingriff

 

Wird eine Hüftarthroskopie ambulant oder stationär durchgeführt?

Eine Hüftarthroskopie wird in Deutschland meist stationär mit einem kurzen Aufenthalt von etwa 2 Tagen durchgeführt. Dies dient der optimalen Schmerztherapie direkt nach der Operation und der engmaschigen physiotherapeutischen Mobilisation.

Welche Risiken und Komplikationen hat eine Hüftarthroskopie?

Die Hüftarthroskopie gilt als sehr sicheres, komplikationsarmes Verfahren. Allgemeine Operationsrisiken wie Infektionen, Nachblutungen oder Thrombosen treten dank minimalinvasiver Technik nur in sehr seltenen Ausnahmefällen auf.

 

4. Nach der Operation: Genesung & Alltag

 

Wie lange dauert die Heilung nach einer Hüftarthroskopie?

Die vollständige Heilungsdauer nach einer Hüftarthroskopie beträgt in der Regel 6 bis 12 Wochen. Während die oberflächliche Wundheilung nach rund 14 Tagen abgeschlossen ist, benötigt die Regeneration von tiefem Gewebe wie der Gelenklippe (Labrum) mehrere Monate. Ein schmerzfreier Alltag ist meist nach 4 bis 6 Wochen wieder möglich.

Wann darf ich nach einer Hüft-Gelenkspiegelung wieder ohne Krücken gehen?

Nach einer Hüft-Gelenkspiegelung müssen Patienten meist für 1 bis 2 Wochen an Unterarmgehstützen gehen. Dabei hängt die Dauer von der Art und dem Umfang des Eingriffes ab.

Wann ist Sport nach einer Hüftarthroskopie wieder erlaubt?

Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren auf dem Ergometer oder Schwimmen (Kraulen) sind oft schon etwa 6 Wochen wieder erlaubt. High-Impact-Sportarten mit abrupten Stopps, Sprüngen oder Drehbewegungen (z. B. Fußball, Tennis, Joggen) sollten hingegen frühestens nach 3 bis 6 Monaten und erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Hüftspezialisten wieder aufgenommen werden.

 

Im folgenden Video erklärt Dr. med. Claus Eiermann im ersten Teil (Minute 00:01 – 00:20′) sehr anschaulich den gesamten medizinischen Prozess von der Erstuntersuchung über die Diagnostik bis hin zum Eingriff bei einer Hüftarthroskopie.

Ihr Ansprechpartner für Hüftarthroskopie

<h4>Dr. med. Claus Eiermann</h4>

Dr. med. Claus Eiermann

Oberarzt Orthopädie und Unfallchirurgie, Hauptoperateur im EPZ

E-Mail: orthopaedie@krankenhaus-eitorf.de
Telefon: 02243 – 881 – 1620

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