Team Orthopädie und Unfallchirurgie

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Wissenswertes zu den verschiedenen Erkrankungen am Ellenbogen

Beschwerden am Ellenbogen

Ellenbogenschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Häufig liegen Überlastungen der Sehnenansätze wie beim Tennisellenbogen oder Golferellenbogen zugrunde. Auch Sehnenverletzungen, Nervenengpasssyndrome, Bandverletzungen, Arthrose, Knorpelschäden oder Folgen eines Unfalls können Schmerzen, Kraftverlust und Bewegungseinschränkungen verursachen.

Tennisellenbogen – Schmerzen an der Außenseite

Was ist ein Tennisellenbogen?

Der Tennisellenbogen, medizinisch laterale Epicondylopathie genannt, gehört zu den häufigsten Ursachen für Ellenbogenschmerzen.
Dabei handelt es sich meist nicht um eine klassische Entzündung. Durch wiederholte oder ungewohnte Belastungen können vielmehr Veränderungen am Sehnenansatz der Unterarmstreckmuskulatur entstehen.
Tennis ist dabei keineswegs Voraussetzung. Häufig entstehen die Beschwerden durch berufliche oder alltägliche Belastungen, handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeit, Computerarbeit oder andere wiederholte Bewegungen von Hand und Unterarm.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens
  • Schmerzen beim Greifen und Heben
  • Beschwerden beim Händedruck
  • Schmerzen beim Öffnen von Flaschen oder Schraubverschlüssen
  • Schmerzen bei bestimmten Hand- und Unterarmbewegungen
  • Gelegentlich Kraftverlust

Wie wird ein Tennisellenbogen behandelt?

Die Behandlung erfolgt fast immer zunächst konservativ.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Anpassung der auslösenden Belastung
  • Gezielte Übungen und Physiotherapie
  • Dehnung und Kräftigung der Unterarmmuskulatur
  • Schrittweiser Belastungsaufbau
  • Schmerztherapie
  • Gegebenenfalls Bandagen oder Orthesen

In geeigneten Fällen kann ergänzend eine Stoßwellentherapie erwogen werden.

Ein Tennisellenbogen kann hartnäckig sein und Beschwerden über mehrere Monate verursachen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Operation erforderlich ist.
Erst bei lang anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung kann in ausgewählten Fällen eine operative Behandlung sinnvoll werden.

Golferellenbogen – Schmerzen an der Innenseite

Was ist ein Golferellenbogen?

Beim Golferellenbogen oder Golferarm entstehen Veränderungen am Sehnenansatz der Unterarmbeugemuskulatur an der Innenseite des Ellenbogens.

Auch hier ist die Bezeichnung etwas irreführend: Golfspielen ist keine Voraussetzung. Wiederholte Belastungen von Hand und Unterarm in Beruf, Sport oder Alltag können die Beschwerden auslösen.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens
  • Schmerzen beim kräftigen Greifen
  • Beschwerden beim Heben und Tragen
  • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen des Handgelenks
  • Druckschmerz über dem Sehnenansatz

Wie wird ein Golferellenbogen behandelt?

Die Behandlung erfolgt überwiegend konservativ mit:

  • Belastungsanpassung
  • Gezielten Übungen
  • Physiotherapie
  • Dehnung und Kräftigung der Unterarmmuskulatur
  • Schmerztherapie
  • Gegebenenfalls Bandagen oder Orthesen

Eine Operation ist nur selten erforderlich und kommt vor allem bei über längere Zeit anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung infrage.

Ulnarisrinnensyndrom – wenn Ring- und Kleinfinger kribbeln

Was ist ein Ulnarisrinnensyndrom?

Der Ulnarisnerv verläuft an der Innenseite des Ellenbogens in einer engen Knochenrinne. Ein Stoß auf diese Stelle verursacht das bekannte elektrisierende Gefühl des sogenannten „Musikantenknochens“.

Wird der Nerv dauerhaft gereizt oder eingeengt, spricht man von einem Ulnarisrinnensyndrom oder Kubitaltunnelsyndrom.

Typische Beschwerden sind:

  • Kribbeln im Klein- und Ringfinger
  • Taubheitsgefühl
  • elektrisierende Beschwerden am Ellenbogen
  • Beschwerden bei länger gebeugtem Ellenbogen
  • nächtliches Einschlafen der Finger
  • nachlassende Geschicklichkeit der Hand
  • bei fortgeschrittener Erkrankung Kraftverlust

Wie wird ein Ulnarisrinnensyndrom behandelt?

Bei leichten Beschwerden können zunächst eine Anpassung belastender Tätigkeiten und die Vermeidung längerer starker Ellenbogenbeugung sinnvoll sein.

Entscheidend ist die Beurteilung der Nervenfunktion. Hierzu kann zusätzlich eine neurologische Untersuchung mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeit erforderlich sein.

Bei zunehmenden Gefühlsstörungen, Kraftverlust oder einer relevanten Schädigung des Nervs kann eine operative Entlastung des Ulnarisnervs notwendig werden.

Dabei wird der Nerv aus seiner Einengung befreit. Je nach Befund kann zusätzlich eine Verlagerung des Nervs erforderlich sein.

Ziel ist es, eine weitere Nervenschädigung zu verhindern und dem Nerv die bestmögliche Erholung zu ermöglichen.

Bizepssehnenriss am Ellenbogen – plötzlicher Kraftverlust

Was ist ein Bizepssehnenriss am Ellenbogen?

Die körperferne oder distale Bizepssehne verbindet den Bizepsmuskel mit der Speiche am Unterarm. Sie ist besonders wichtig für die kraftvolle Drehung des Unterarms und unterstützt die Beugung des Ellenbogens.

Ein Bizepssehnenriss am Ellenbogen entsteht häufig bei einer plötzlichen hohen Belastung, beispielsweise beim Auffangen oder Anheben eines schweren Gegenstands.

Typische Beschwerden sind:

  • Plötzlich einschießender Schmerz
  • Manchmal ein spür- oder hörbares Reißen
  • Bluterguss und Schwellung
  • Veränderung der Muskelkontur
  • Kraftverlust beim Beugen
  • Besonders deutlicher Kraftverlust beim Drehen der Handfläche nach oben

Wie wird ein Bizepssehnenriss behandelt?

Bei einem vollständigen Riss hängt die Behandlung unter anderem von Alter, Aktivitätsniveau, Beschwerden und funktionellem Anspruch ab.

Ohne Operation kann ein dauerhafter Kraftverlust zurückbleiben, insbesondere bei kraftvollen Drehbewegungen des Unterarms.

Bei körperlich aktiven Patienten kann deshalb eine operative Refixation der distalen Bizepssehne sinnvoll sein. Dabei wird die abgerissene Sehne wieder am Knochen befestigt.

Bei entsprechender Operationsindikation sollte die Behandlung zeitnah geplant werden, da sich die Sehne mit zunehmendem zeitlichem Abstand zurückziehen und vernarben kann.

Bandverletzungen und Instabilität des Ellenbogens

Was ist eine Bandverletzungen und Instabilität des Ellenbogens?

Kräftige Bänder stabilisieren den Ellenbogen bei Bewegung und Belastung. Diese können bei Stürzen, einer Ellenbogenluxation oder bestimmten Sportverletzungen geschädigt werden.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen bei Belastung
  • Unsicherheits- oder Instabilitätsgefühl
  • Schmerzen beim Abstützen
  • Wiederholtes Wegknicken
  • Beschwerden bei Wurf- oder Kraftsportarten

Wie werden Bandverletzungen behandelt?

Viele Bandverletzungen können ohne Operation behandelt werden.

Dabei ist es wichtig, das Gelenk ausreichend zu schützen, gleichzeitig aber eine unnötig lange Ruhigstellung zu vermeiden. Der Ellenbogen neigt nach Verletzungen relativ schnell zu Bewegungseinschränkungen.

Bei ausgeprägter Instabilität, komplexen Verletzungen oder dauerhaft bestehenden Beschwerden kann eine operative Bandrekonstruktion oder Stabilisierung erforderlich sein.

Ellenbogenarthrose – Verschleiß des Ellenbogengelenks

Was ist Ellenbogenarthrose?

Bei einer Ellenbogenarthrose wird der Gelenkknorpel zunehmend geschädigt. Sie kann altersbedingt entstehen, entwickelt sich aber auch nach früheren Verletzungen, Frakturen oder langjähriger hoher Belastung.

Zusätzlich können sich knöcherne Anbauten bilden. Diese können die Beweglichkeit zunehmend einschränken und verhindern, dass der Ellenbogen vollständig gestreckt oder gebeugt werden kann.

Typische Beschwerden sind:

  • Belastungsschmerzen
  • Zunehmende Bewegungseinschränkung
  • fehlende vollständige Streckung oder Beugung
  • Reiben oder Knirschen
  • Blockierungsgefühl
  • Kraftverlust

Wie wird eine Ellenbogenarthrose behandelt?

Bei leichteren und mäßigen Beschwerden stehen zunächst konservative Maßnahmen im Vordergrund:

  • Anpassung der Belastung
  • Physiotherapie
  • Erhalt der Beweglichkeit
  • Gezielter Muskelaufbau
  • Schmerztherapie
  • Gegebenenfalls Infiltrationen

Bei fortgeschrittener Arthrose, erheblichen Schmerzen oder ausgeprägter Bewegungseinschränkung können operative Verfahren sinnvoll sein.

Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, welche Gelenkabschnitte betroffen sind, wie ausgeprägt die Arthrose ist und welche funktionellen Anforderungen bestehen.

Bei weit fortgeschrittener Gelenkzerstörung kann in ausgewählten Fällen ein künstlicher Gelenkersatz erforderlich werden. Eine Ellenbogenprothese ist jedoch deutlich seltener notwendig als eine Hüft-, Knie- oder Schulterprothese.

Freie Gelenkkörper und Knorpelschäden

Was sind freie Gelenkkörper und Knorpelschäden?

Knorpelschäden können durch Verletzungen, wiederholte Belastungen oder Verschleiß entstehen.

Lösen sich Knorpel- oder Knochenanteile ab, können freie Gelenkkörper im Ellenbogen entstehen.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen
  • Plötzlich auftretende Blockierungen
  • Schnappen oder Klicken
  • Bewegungseinschränkungen
  • Zeitweise fehlende vollständige Streckung oder Beugung

Nicht jeder Knorpelschaden und nicht jeder freie Gelenkkörper muss operiert werden.

Entscheidend ist, ob die Veränderungen tatsächlich Beschwerden verursachen. Bei ausgeprägten Schmerzen, wiederkehrenden Blockierungen oder relevanten Bewegungseinschränkungen kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Das geeignete Verfahren richtet sich nach Lage und Größe des Befundes sowie nach dem Zustand des Ellenbogengelenks.

Osteochondrosis dissecans des Ellenbogens

Was ist Osteochondrosis dissecans des Ellenbogens?

Die Osteochondrosis dissecans ist eine umschriebene Schädigung eines Knochen-Knorpel-Bereichs des Ellenbogengelenks. Sie betrifft vor allem jüngere sportlich aktive Menschen.

Besonders wiederholte hohe Belastungen des Ellenbogens können eine Rolle spielen.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Belastungsabhängige Schmerzen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Schwellung
  • Blockierungen
  • Schnappen oder Klicken im Gelenk

Die Behandlung hängt vom Alter, der Größe und Stabilität des Befundes sowie den Beschwerden ab.

Bei stabilen Veränderungen kann eine Entlastung mit angepasster sportlicher Belastung ausreichend sein.

Bei instabilen Knochen-Knorpel-Veränderungen können operative, möglichst gelenkerhaltende Verfahren erforderlich werden.

Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Was ist eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen?

An der Rückseite des Ellenbogens liegt direkt unter der Haut ein Schleimbeutel. Dieser kann sich beispielsweise durch wiederholte Druckbelastung, Verletzungen oder Infektionen entzünden.

Eine solche Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen – Bursitis olecrani – führt häufig zu einer deutlich sichtbaren Schwellung über der Ellenbogenspitze.

Typische Beschwerden sind:

  • Weiche oder gespannte Schwellung
  • Druckschmerz
  • Schmerzen beim Aufstützen
  • Gelegentlich Rötung und Überwärmung

Wie wird eine Schleimbeutelentzündung behandelt?

Viele Schleimbeutelentzündungen können konservativ behandelt werden. Wichtig ist insbesondere, weitere Druckbelastungen zu vermeiden.

Bei wiederkehrenden oder chronischen Beschwerden kann eine operative Entfernung des veränderten Schleimbeutels erforderlich sein.

Bei deutlicher Rötung, Überwärmung, starken Schmerzen oder Fieber muss insbesondere eine bakterielle Entzündung ausgeschlossen und entsprechend behandelt werden.

Ellenbogensteife – wenn Streckung oder Beugung fehlen

Was ist Ellenbogensteife? 

Nach Verletzungen, Operationen oder längerer Ruhigstellung kann die Beweglichkeit des Ellenbogens deutlich eingeschränkt sein.

Ursachen können Verklebungen und Vernarbungen der Gelenkkapsel, knöcherne Veränderungen, freie Gelenkkörper oder Folgen früherer Frakturen sein.

Typisch sind:

  • Fehlende vollständige Streckung
  • Eingeschränkte Beugung
  • Schmerzen am Bewegungsende
  • Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten
  • Eingeschränkte Drehbewegung des Unterarms

Wie wird eine Ellenbogensteife behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausmaß der Bewegungseinschränkung.

Zunächst können Physiotherapie, gezielte Bewegungsübungen und gegebenenfalls spezielle Schienenbehandlungen sinnvoll sein.

Bleibt eine erhebliche funktionelle Einschränkung bestehen, kann in ausgewählten Fällen eine operative Lösung der Ellenbogensteife – Arthrolyse – erwogen werden.

Ziel ist es, störende Narben, Verklebungen oder knöcherne Bewegungshindernisse zu beseitigen und die Beweglichkeit zu verbessern.

Ellenbogenluxation – wenn das Gelenk ausrenkt

Was ist eine Ellenbogenluxation?

Bei einer Ellenbogenluxation verlieren die Gelenkpartner des Ellenbogens ihre normale Verbindung. Ursache ist meist ein Sturz auf den ausgestreckten Arm.

Dabei können neben den Bändern auch Knochen, Knorpel sowie in seltenen Fällen Nerven oder Gefäße verletzt werden.

Nach der Wiedereinrenkung muss deshalb geprüft werden, ob der Ellenbogen stabil ist und relevante Begleitverletzungen vorliegen.

Stabile Verletzungen können häufig ohne Operation behandelt werden. Wichtig ist dabei eine ausreichend frühe kontrollierte Bewegung, da der Ellenbogen nach längerer Ruhigstellung zu einer schnellen Einsteifung neigt.

Bei ausgeprägter Instabilität, knöchernen Begleitverletzungen oder komplexen Verletzungsmustern kann eine operative Stabilisierung erforderlich sein.

Frakturen des Ellenbogens

Was sind Frakturen des Ellenbogens?

Am Ellenbogen können unterschiedliche Knochen verletzt werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Speichenköpfchenfrakturen
  • Frakturen der Elle und des Olekranons
  • Frakturen des unteren Oberarmknochens
  • Komplexe Frakturen mit Luxation des Ellenbogens

Typische Beschwerden nach einem Unfall sind:

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Bewegungseinschränkung
  • Bluterguss
  • Gelegentlich Fehlstellung

Wie werden Ellenbogenfrakturen behandelt?

Die Behandlung hängt von der Art der Fraktur, ihrer Stellung, der Gelenkbeteiligung und der Stabilität des Ellenbogens ab.

Stabile und wenig verschobene Frakturen können häufig konservativ behandelt werden.

Bei instabilen oder deutlich verschobenen Frakturen sowie bei relevanter Gelenkbeteiligung kann eine operative Stabilisierung mit Schrauben, Platten oder anderen Implantaten erforderlich sein.

Ziel ist eine möglichst genaue Wiederherstellung des Gelenks und eine frühzeitige kontrollierte Bewegung, um eine dauerhafte Ellenbogensteife zu vermeiden.

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<h4>Unser Team der Orthopädie & Unfallchirurgie</h4>

Unser Team der Orthopädie & Unfallchirurgie

Chefarzt Dr. med. Jörg-Uwe Schulz (2. v. l.) mit seinem Team: Dr. med. Claus Eiermann, Hassan Alani, Alaa Bahbouh (v. l. n. r.)

E-Mail: orthopaedie@krankenhaus-eitorf.de
Telefon: 02243 – 881 – 1620

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