Eitorfer Bürgermeisterkandidaten im Gespräch zum Thema „Gesundheit in Eitorf“ mit Vertretern des lokalen Gesundheitssystems

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Im Forum des St. Franziskus Krankenhauses in Eitorf trafen sich im Vorfeld der Kommunalwahl 2020 die drei Eitorfer Bürgermeisterkandidaten Sara Zorlu (SPD), Sascha Grendel (CDU) und Rainer Viehof (parteilos) mit Vertretern aus dem Gesundheitsbereich in Eitorf.

„Im Mittelpunkt des Austauschs werden die besondere Bedeutung der Gesundheits-versorgung in Wohnortnähe und in Krisenzeiten, wie der aktuellen Covid19-Pandemie, sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Gesundheitssektor in Eitorf stehen“, so der ärztliche Direktor Dr. Georg Stirner bei seiner Begrüßung der geladenen Gäste. Moderiert wurde die Runde durch den Journalisten und Redakteur Ralf Rohrmoser-von Glasow.

Zum Einstieg stellt Geschäftsführer Falko Rapp die Bedeutung des St. Franziskus Krankenhauses für die medizinische Versorgung der Bürger/innen von Eitorf und den umliegenden Gemeinden dar. „Zusammen mit dem MVZ St. Franziskus erbringt das Krankenhaus neben den stationären Leistungen auch wesentliche Teile der ambulanten, fachärztlichen Versorgung. Wir sind quasi ein lokales Gesundheitszentrum in privater Trägerschaft“, so Rapp weiter.

Geschäftsführer Elmar Willebrand ergänzt: „In den letzten Jahren hat sich im Krankenhaus einiges getan. Neben diversen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen wird der Focus auf die stetige Verbesserung des Gesundheitsangebotes und die gezielte Weiterbildung der etwa 200 Mitarbeiter gelegt. Auch die Gründung des Pflegekollegs Eitorf (http://www.pflegekolleg-eitorf.de) mit derzeit 25 Auszubildenen belegt die Verbundenheit des Krankenhauses mit der Region und den Partnern der ambulanten Pflege und der stationären Altenpflege. “Erste Erfolge des Engagements sind u.a. in der Listung des St. Franziskus Krankenhauses im FAZ-Bericht „Die 100 besten Krankenhäuser Deutschlands“ vom 13.08.2020 sichtbar (ASV_Beste-Krankenhaeuser-2020), erklärt Willebrand. Ziel sei es nun, dieser gewachsenen Bedeutung des Krankenhaues eine politische Stimme zu geben.

Bei den Bürgermeisterkandidaten bestand Einigkeit über den hohen Stellenwert der lokalen Gesundheitsversorgung durch das Krankenhaus. Zorlu: Wir müssen die besondere Bedeutung stärken und den Bekanntheitsgrad auch über Eitorf hinaustragen, indem wir unsere politischen und überparteilichen Kontakte aktiv nutzen. Grendel: Das Krankenhaus ist ein besonderer Vorteil für Eitorf. Die Aufmerksamkeit muss innerhalb des Rathauses, der Bürger von Eitorf aber auch gemeindeübergreifend geschaffen werden. Viehof: Über den Gesundheitsbereich muss mehr kommuniziert werden – sowohl auf der Internetseite der Gemeinde als auch im direkten Dialog der Beteiligten untereinander.

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Kommunikation zwischen dem Krankenhaus und den niedergelassenen Ärzten und der Kommunalpolitik insgesamt verbessert werden muss.

Für die im Ärztenetz Eitorf e.V. organisierten Allgemeinmediziner und sonstigen Fachärzte formuliert Dr. Peter Dreßen (2. Vorsitzender AENE e.V.) seine Erwartungshaltung an die Politiker: „Wir wünschen uns eine deutlichere Unterstützung bei der Einrichtung einer kassenärztlichen Notdienstpraxis am Standort Eitorf und bei der Weiterentwicklung des Weiterbildungsverbundes Siegtal, der sich die Gewinnung von Medizinstudenten und deren dauerhafte Bindung an den Ausbildungsstandort Eitorf zum Ziel gesetzt hat.“

Die Bürgermeisterkandidaten konnten sich auf Nachfrage von Dr. Klaus Rösing (1. Vorsitzender AENE e.V.) eine Zusammenarbeit vorstellen. Grendel: Für ein Thema mit übergeordneter Bedeutung ist die Unterstützung durch die Gemeinde wichtig – wir brauchen hier eine Person, die sich diesem Bereich annimmt. Viehof: Wichtig ist das Gesamtangebot für die jungen Mediziner vor Ort, z. B. die passende Wohnung und die Verkehrsanbindung, Jobtickets oder e-Bike Stationen. Zorlu: Zunächst müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden, z. B. durch mehr Kindergartenplätze, Ausweisung neuer Wohngebiete, Stärkung der Infrastruktur, Einrichtung von Stipendien etc. Dann wird der Standort Eitorf für alle Fachkräfte attraktiver.

Alle Kandidaten stimmen überein, dass das Leistungsspektrum des Gesundheitssektors in Eitorf aus Marketing- und Tourismussicht sowohl auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene deutlicher dargestellt wird. Außerdem soll zukünftig ein enger und regelmäßiger Austausch zwischen der lokalen Politik und allen Akteuren des Gesundheitsbereichs in Eitorf erfolgen.

Zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Wohnortnähe sagten die Bürgermeisterkandidaten ebenfalls ihre politische Unterstützung zu. Zorlu: Das Krankenhaus ist für die Menschen in und um Eitorf nicht verzichtbar. Ich werde mich vor Ort und in den entsprechenden Gesundheitsgremien dafür einsetzen. Viehof: Ich werde mich überparteilich für die Belange des Krankenhauses engagieren und meine Netzwerke dafür gerne nutzen. Grendel: Ich teile diesen Gedanken zu 100% und werde dafür konsequent und in Zusammenarbeit mit vorhandenen Netzwerken und den benachbarten Gemeinden eintreten.

Insgesamt ist das konstruktive Gespräch mit einem positiven Blick in die Zukunft der „Gesundheit in Eitorf“ und mit einigen konkreten Aussagen zur Intensivierung der Zusammenarbeit aller Beteiligten zu Ende gegangen.

Einen weiteren Einblick in das Gespräch finden Sie auf unserem YouTube Kanal: Video zum Gespräch mit den Eitorfer Bürgermeisterkandidaten